Manuelle Therapie

Die manuelle Therapie dient in der Medizin zur Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats (Gelenke, Muskeln und Nerven). Sie beinhaltet gezielte Untersuchung und Behandlungstechniken. Sie befasst sich darüber hinaus auch mit der Behandlung von vielfältigen Beschwerden anderer Körperregionen und von generalisierten Befindungsstörungen.

Indikationsbeispiele:

  • Kopfschmerzen
  • Kiefergelenksstörungen
  • Rücken- und Bandscheibenbeschwerden
  • Schulterschmerzen
  • Arthrose
  • Nacken- und Halswirbelsäulenprobleme
  • Nervenirritationen, z.B. Einschlafen der Hände, Ischiasbeschwerden
  • Knieschmerz, z.B. nach  Kreuzbandoperationen, Meniskusschäden
  • Beschwerden im Bereich der Hand, z.B. nach Frakturen, Karpaltunnelsyndrom
  • Fußprobleme, z.B. nach Bänderriss, Achillessehnenentzündung
  • Nachbehandlung von Operationen, Sportverletzungen, Unfällen

 

Mc Kenzie

In den Sechzigerjahren entwickelte der neuseeländische Physiotherapeut Robin McKenzie eine eigene Methode zur Untersuchung und Behandlung von Wirbelsäulenschmerzen.
Der Erfolg des von ihm entwickelten Behandlungssystems lässt sich daran ermessen, dass dieses Konzept zur Behandlung von Beschwerden der Wirbelsäule in Nord- und Südamerika, ganz Europa, Afrika, im Mittleren Osten, Skandinavien, Asien, Australien und Neuseeland praktiziert wird.
Das McKenzie-Behandlungskonzept gehört mit zum besten erforschten System zur Diagnostik und Therapie von Beschwerden der Wirbelsäule. Mehrere Forschungsprojekte bestätigen die Wirksamkeit und Bedeutung dieses Systems, die dänischen Richtlinien zur Diagnostik und Therapie von Rückenbeschwerden empfehlen daher ausdrücklich diese Behandlungsmethode.

Die therapeutischen Ziele sind:
– Aufklärung der Patienten
– Schmerzbeseitigung und Zurückerlangen der Beweglichkeit
– Erstellung von individuellen Selbstbehandlungsprogrammen zur Verhütung von Rückfällen
– Verhinderung von langwierigen Beschwerden

Was ist das Besondere bei der klinischen Untersuchung?
Bei der Untersuchung macht der Patient WIEDERHOLTE BEWEGUNGEN und der Untersucher notiert hierbei das SCHMERZVERHALTEN.

Warum?
Eine Bewegung kann Schmerzen verursachen. Die Wiederholung derselben Bewegung kann die Schmerzen jedoch verändern. Schmerzen können als unmittelbare Folge dieser wiederholten Bewegungen reduzieren beziehungsweise ganz verschwinden. Ohne diese Wiederholung würden voreilige Schlüsse gezogen, die eine schnelle Schmerzreduktion eventuell sogar verhindern.

Orthopädische Medizin nach Cyriax bzw. IAOM

Prof. James Cyriax war ein englischer Orthopäde, der im St. Thomes Hospital in London praktizierte. Er gilt als erster „echter“ Orthopäde, der in den 1920er Jahren weit angelegte klinische Studien begann. Zu dieser Zeit hatte die Röntgenuntersuchung einen hohen Stellenwert. Frustriert von der Tatsache, dass viele Patienten zwar Beschwerden, aber einen völlig normalen Röntgenbefund hatten, begann er, die Patientengeschichten genau aufzuschreiben und zu sammeln.Schnell stellte er fest, dass es immer wieder Beschwerdemuster gab. Durch Injektionen mit einem Betäubungsmittel lokalisierte er dann die genaue Schmerzstruktur. Die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen führten zu vielen Erkenntnissen, die heute, fast 30 Jahre nach dem Tod von Cyriax, immer wieder mit modernen Methoden bestätigt werden. Die genaue Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte), die Bewegungsprüfung (z.B. Gelenktests) und das Finden der schmerzauslösenden Struktur gelten als Basis-Kriterien von James Cyriax.In den 1970er Jahren gründete Cyriax zusammen mit dem niederländischen Physiotherapeuten Dos Winkel die International Academy of Orthopedic Medicine (IAOM).  Diese Akademie hat sich zur Aufgabe gesetzt, Ärzte und Physiotherapeuten nach den Prinzipien von James Cyriax auszubilden.2008 – 2012 habe ich Olaf Bruns meine Ausbildung an der Akademie absolviert, und seit 2012 bin ich Therapeut für Manuelle Therapie und Orthopädische Medizin nach Cyriax (IAOM).

 

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